Wer in den letzten Monaten die Schlagzeilen verfolgte, konnte den Eindruck gewinnen: Das große Zurück ins Büro hat begonnen. CEOs fordern mehr Präsenz, neue Regeln schränken mobiles Arbeiten ein, Homeoffice wird zur Pandemie-Reliquie erklärt.
Die Zahlen erzählen eine andere Geschichte. Aktuelle Studien von ifo, PwC, ZEW und anderen zeigen: Hybrides Arbeiten ist nicht nur geblieben — es wächst. Und Unternehmen, die ihre Büroflächen nicht entsprechend anpassen, verschwenden Geld.
In diesem Artikel schauen wir uns die aktuellen Daten für 2025 und 2026 an — und erklären, was sie für Ihre Büroplanung konkret bedeuten.
Die Zahlen: Homeoffice bleibt stabil, Hybrid wird Standard
Beginnen wir mit den harten Fakten.
Homeoffice-Quote Deutschland 2025/2026
Laut ifo Institut (Konjunkturumfrage Februar 2026) arbeiten 24,3 Prozent aller Beschäftigten zumindest zeitweise von zu Hause. Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldet für 2025 eine Quote von 25 Prozent — leicht über dem EU-Durchschnitt von 23 Prozent.
Zum Vergleich: Vor der Pandemie (2019) lag die Quote bei etwa 13 Prozent. Homeoffice hat sich also nahezu verdoppelt und bleibt seitdem stabil.
Was Beschäftigte sich wünschen
Eine PwC-Studie aus 2025 zeigt: 88 Prozent der Beschäftigten wünschen sich mindestens einen Tag Homeoffice pro Woche. Tatsächlich genutzt werden im Schnitt etwa 2 Tage pro Woche — das ist der „Sweet Spot“ zwischen Flexibilität und persönlichem Austausch.
Der Wunsch nach Homeoffice ist kein Luxus-Problem. Studien belegen:
- 93 Prozent berichten von besserer Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
- 81 Prozent empfinden weniger Stress
- 71 Prozent achten bei der Jobsuche auf Homeoffice-Optionen
- 8 Prozent haben bereits wegen fehlender Homeoffice-Möglichkeiten den Job gewechselt
Für Arbeitgeber bedeutet das: Wer Homeoffice abschafft oder stark einschränkt, riskiert Kündigungen — gerade bei gefragten Fachkräften.
Prognose: Hybrid wächst weiter
Die ZEW-Studie vom August 2025 hat Unternehmen gefragt, wie sie die Entwicklung bis 2026 einschätzen. Das Ergebnis:
- Informationswirtschaft: Anstieg auf 88 Prozent der Unternehmen mit Homeoffice-Angebot
- Verarbeitendes Gewerbe: Anstieg auf 57 Prozent
- Mehrtägige Homeoffice-Modelle (3+ Tage/Woche) haben sich seit der Pandemie von 21 auf 42 Prozent verdoppelt
Die Erwartung ist klar: Der Trend geht nicht zurück, er verstärkt sich.
Wie hybrides Arbeiten tatsächlich aussieht
Homeoffice-Quote ist das eine. Wie Unternehmen und Mitarbeiter Hybrid konkret leben, zeigt der Desk Sharing Index 2026 von deskbird — eine Auswertung von Buchungsdaten aus rund 30.000 Nutzern in den acht größten deutschen Städten (Erhebungszeitraum: Oktober 2025 bis März 2026).
Wie viele Tage sind Mitarbeiter wirklich im Büro?
In Deutschland liegt die durchschnittliche Büroanwesenheit bei 1,31 Tagen pro Woche. Das ist deutlich weniger als in Zürich, Wien oder Paris, wo die Präsenz höher liegt.
Interessant: Die Unternehmensgröße macht einen Unterschied:
- Große Unternehmen: 1,41 Bürotage/Woche
- Mittelgroße Unternehmen: 1,39 Bürotage/Woche
- Kleine Unternehmen: 1,31 Bürotage/Woche
Das zeigt: Größere Unternehmen sind bei der Büropräsenz strukturierter, aber auch sie bleiben weit unter der klassischen 5-Tage-Woche.
Welche Tage sind gefragt?
Die Büronutzung verteilt sich nicht gleichmäßig über die Woche. Dienstag und Mittwoch sind mit zusammen 47,7 Prozent aller Buchungen die klaren Favoriten. Der Freitag macht nur noch 11,3 Prozent aus.
Was das in der Praxis bedeutet:
- Wer Meetings oder Teamtage plant, sollte sie auf Dienstag oder Mittwoch legen
- Freitag ist faktisch kein Bürotag mehr — Büros sind an diesem Tag deutlich leerer
- Montag und Donnerstag liegen dazwischen, aber auch hier ist die Auslastung niedriger als Di/Mi
Das Problem: Deutsche Büros sind zu groß
Wenn nur 1,3 Tage pro Woche im Büro gearbeitet wird, sind klassische Büroflächen mit festen Arbeitsplätzen für jeden Mitarbeiter schlicht überdimensioniert.
Der Desk Sharing Index 2026 zeigt: Viele deutsche Unternehmen haben ihre Büroflächen noch nicht an die tatsächliche Nutzung angepasst. Die Folge: hohe Mietkosten für Räume, die die meiste Zeit leer stehen.
Was Unternehmen tun können
1. Desk Sharing einführen
Statt jedem Mitarbeiter einen festen Platz zu geben, arbeiten mehrere Personen flexibel an denselben Arbeitsplätzen — nur eben zu unterschiedlichen Zeiten. Bei 1,3 Bürotagen pro Woche brauchen Sie keine 100 Plätze für 100 Mitarbeiter, sondern eher 30–40.
2. Büroflächen verkleinern oder flexibel anmieten
Wer feststellt, dass große Teile der Fläche ungenutzt bleiben, kann umziehen — oder auf flexible Lösungen wie Coworking setzen, bei denen nur die tatsächlich genutzten Tage abgerechnet werden.
3. Flächen umgestalten
Weniger feste Schreibtische, mehr Fokus- und Kollaborationszonen. Büros werden zu Orten für Austausch und Zusammenarbeit — nicht mehr nur für Einzelarbeit am Bildschirm.
Produktivität: Funktioniert Homeoffice wirklich?
Die häufigste Sorge von Arbeitgebern: Leidet die Produktivität, wenn Mitarbeiter von zu Hause arbeiten?
Mehrere aktuelle Studien kommen zum gleichen Ergebnis: Die Produktivität im Homeoffice ist im Durchschnitt bis zu 20 Prozent höher als im Büro (Studie der Techniker Krankenkasse). Das gilt besonders für Tätigkeiten mit hoher Eigenverantwortung und wenig direkter Abstimmung.
Warum ist das so?
- Weniger Unterbrechungen: Kein Kollege, der „kurz was fragt“
- Kein Pendeln: Die gesparte Zeit wird oft produktiv genutzt
- Flexible Arbeitszeiten: Arbeit in den eigenen produktiven Phasen
- Bessere Konzentration: Ruhe für Deep Work
Gleichzeitig zeigen Studien auch: Vollzeit-Homeoffice funktioniert für viele nicht optimal. Der persönliche Austausch fehlt, die Abgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmt. Deshalb setzt sich das hybride Modell durch: 2–3 Tage Homeoffice, 2–3 Tage Büro.
Was das für Ihre Büroplanung bedeutet
Wenn hybrides Arbeiten langfristig bleibt — und die Zahlen zeigen, dass es das tut —, sollten Unternehmen ihre Bürostrategie überdenken.
Frage 1: Brauchen wir noch so viel Fläche?
Wenn Ihre Mitarbeiter im Schnitt 1–2 Tage pro Woche ins Büro kommen, sind große Flächen mit festen Plätzen ineffizient. Rechnen Sie aus:
- Wie viele Mitarbeiter haben Sie?
- Wie viele Tage pro Woche sind sie durchschnittlich im Büro? (Schauen Sie sich tatsächliche Daten an, nicht Wunschvorstellungen)
- Wie viele Arbeitsplätze brauchen Sie wirklich gleichzeitig?
Bei 100 Mitarbeitern mit 1,5 Bürotagen pro Woche brauchen Sie etwa 30 gleichzeitige Arbeitsplätze — nicht 100.
Frage 2: Fixe Büros oder flexible Lösungen?
Es gibt zwei Wege:
Option 1: Eigene Bürofläche verkleinern + Desk Sharing einführen
Sie mieten eine kleinere Fläche und führen Desk Sharing ein. Das spart Miete, erfordert aber Umstellung bei den Mitarbeitern (kein fester Platz mehr).
Option 2: Coworking oder flexible Bürolösungen
Sie mieten nur die Plätze, die Sie tatsächlich brauchen — tageweise, wochenweise oder monatlich. Keine langfristigen Mietverträge, keine Überkapazitäten.
Welche Option passt, hängt von Ihrer Teamgröße und Ihrer Flexibilität ab. Für kleinere Teams (unter 20 Personen) sind flexible Lösungen oft wirtschaftlicher. Für größere Teams kann eine eigene Fläche mit Desk Sharing sinnvoller sein.
→ Coworking-Optionen bei Oak Office
→ Flexible Büros bei Oak Office
Frage 3: Welche Tage sollen Präsenztage sein?
Wenn Sie Teamtage, Meetings oder gemeinsame Präsenz planen wollen, orientieren Sie sich an den Daten: Dienstag und Mittwoch sind die Tage, an denen die meisten Mitarbeiter ohnehin ins Büro kommen.
Freitag als festen Bürotag zu definieren, wird schwierig — die Daten zeigen, dass dieser Tag für viele der bevorzugte Homeoffice-Tag ist.
Für welche Unternehmen flexible Bürolösungen besonders passen
Start-ups und kleinere Teams
Wenn Ihr Team wächst oder schrumpft, brauchen Sie keine langfristigen Mietverträge. Flexible Lösungen wie Coworking oder monatlich kündbare Büros geben Ihnen Spielraum.
Unternehmen mit schwankender Büronutzung
Manche Branchen haben saisonale Schwankungen oder Projektphasen, in denen mehr oder weniger Präsenz nötig ist. Flexible Bürolösungen passen sich dem an.
Teams, die hybrid arbeiten wollen, aber keine eigene Fläche haben
Wenn Ihre Mitarbeiter von zu Hause arbeiten, aber gelegentlich einen Ort für Meetings, Workshops oder konzentriertes Arbeiten brauchen, sind Coworking-Plätze oder stundenweise buchbare Konferenzräume ideal.
→ Konferenzräume bei Oak Office
Unternehmen mit verteilten Teams
Wenn Ihre Mitarbeiter in verschiedenen Städten wohnen, macht ein festes Büro in einer Stadt wenig Sinn. Stattdessen können Sie flexible Arbeitsplätze in mehreren Städten anbieten — ohne überall fest zu mieten.
Häufige Fragen zu Hybrid Work und Büroplanung
Sind 1–2 Bürotage pro Woche wirklich genug?
Das hängt von der Tätigkeit ab. Für wissensintensive Arbeit (IT, Beratung, Marketing) funktionieren 1–2 Tage oft gut. Für Teams, die viel direkten Austausch brauchen, können 2–3 Tage sinnvoller sein. Die Daten zeigen: Der Durchschnitt liegt bei etwa 1,3 Tagen — aber das ist ein Durchschnitt über alle Branchen.
Wie viel Fläche brauche ich wirklich?
Faustregel: Bei 2 Bürotagen pro Woche pro Mitarbeiter brauchen Sie etwa 40 Prozent der ursprünglichen Fläche. Bei 1,3 Tagen (wie der deutsche Durchschnitt) eher 25–30 Prozent. Schauen Sie sich Ihre tatsächlichen Nutzungsdaten an, nicht Schätzungen.
Wie führe ich Desk Sharing ein, ohne dass Mitarbeiter sich beschweren?
Kommunikation ist entscheidend. Erklären Sie, warum Sie Desk Sharing einführen (Kostenersparnis, flexiblere Raumnutzung). Sorgen Sie dafür, dass genug Plätze vorhanden sind (nicht 100 Mitarbeiter auf 30 Plätze, wenn alle gleichzeitig kommen wollen). Und geben Sie den Mitarbeitern Tools, um Plätze zu buchen — das schafft Planungssicherheit.
Lohnt sich Coworking für etablierte Unternehmen?
Ja, wenn Sie flexibel bleiben wollen. Coworking ist nicht nur für Start-ups. Viele mittelständische Unternehmen nutzen Coworking-Plätze für Projektteams, für Mitarbeiter in anderen Städten oder als Übergangslösung, bis klar ist, wie viel Fläche langfristig gebraucht wird.
Was ist mit Datenschutz im Coworking?
Seriöse Coworking-Anbieter bieten abgeschlossene Büros oder Fokus-Bereiche für vertrauliche Arbeit. Wenn Sie mit sensiblen Daten arbeiten (Steuerberatung, Anwaltskanzlei), können Sie auch bei uns eigene, abgeschlossene Räume mieten statt offene Coworking-Plätze.
Kann ich Coworking steuerlich absetzen?
Ja, die Kosten für Coworking-Plätze oder gemietete Büros sind in der Regel als Betriebsausgaben absetzbar. Lassen Sie sich von Ihrem Steuerberater bestätigen, wie Sie es in Ihrer Buchhaltung erfassen.
Fazit: Hybrid ist gekommen, um zu bleiben
Die Zahlen sind eindeutig: Hybrides Arbeiten ist kein Übergangsphänomen, sondern die neue Normalität. 24–25 Prozent Homeoffice-Quote, durchschnittlich 1,3 Bürotage pro Woche, 88 Prozent der Beschäftigten wünschen sich Flexibilität — und Unternehmen, die das ignorieren, verlieren im War for Talent.
Gleichzeitig bietet Hybrid eine Chance: Wer seine Büroflächen intelligent anpasst, spart Geld und schafft gleichzeitig attraktivere Arbeitsbedingungen.
Ob Desk Sharing, verkleinerte Flächen oder flexible Coworking-Lösungen — der richtige Weg hängt von Ihrer Teamgröße, Ihrer Branche und Ihrer Arbeitsweise ab. Aber eines ist klar: Die alte 5-Tage-Bürowoche mit festem Platz für jeden ist in vielen Branchen vorbei.
Falls Sie überlegen, wie Sie Ihre Bürostrategie an hybrides Arbeiten anpassen können: Sprechen Sie uns an — wir beraten Sie gerne unverbindlich.
Quellen
- ifo Institut, Konjunkturumfrage Februar 2026
- Statistisches Bundesamt (Destatis), Homeoffice-Anteil 2025
- PwC-Studie „Home & Office“, Dezember 2025
- ZEW-Studie „Homeoffice in Deutschland“, August 2025
- deskbird, Desk Sharing Index 2026 (Erhebungszeitraum Oktober 2025 – März 2026)
- Die Techniker Krankenkasse, Produktivitätsstudie 2025
- Konstanzer Homeoffice Studie 2025
- Eurostat, EU-Homeoffice-Vergleich 2025



